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Ayurveda und Diabetes

Kaum eine Krankheit hat in den westlichen Gesellschaften eine derartige Zunahme zu verzeichnen wie der Diabetes. Genauer genommen: der Typ2-Diabetes, an dem man im Unterschied zum ererbten Typ1-Diabetes nicht schon als Kind erkrankt, sondern als erwachsener Mensch. (Nach wie vor ist daher auch der Begriff „Alters-Diabetes“ verbreitet.) Die Erkrankung erfolgt in immer jüngeren Jahren. Zuckerkranke Jugendliche und Kinder sind immer häufiger. Was sind die Gründe? Und was kann Ayurveda zur Linderung und Heilung beitragen?

Die umgangssprachliche Bezeichnung „Zuckerkrankheit“ weist die Richtung: Diabetes ist eine Fehlregulation unseres Zuckerhaushalts. Die ayurvedische Bezeichnung für diese Erkrankung ist daher auch Madu Meha, was so viel heißt wie süße Ausscheidung, und eine der frühesten Diagnoseformen bestand in der Probe, ob der Urin des Patienten anziehend auf Ameisen wirkt. Um einen gesunden Durchschnittswert an Blutzucker zu regeln, wirken mehrere Hormone zusammen. Am bekanntesten und wichtigsten dabei ist das Insulin, welches in der Bauchspeicheldrüse, dem Pankreas, produziert wird. Seine Aufgabe ist es, nach den Mahlzeiten den angestiegenen Blutzuckerwert wieder zu senken. Die Lebensweise und Ernährungsgewohnheiten der Menschen in den entwickelten Industriegesellschaften haben sich im Verlauf der letzten zwei Jahrhunderte tiefgreifend verändert und erfassen mittlerweile auch immer mehr nichtwestliche Kulturen. Allein der Zuckeranteil in unserer Durchschnittsernährung hat sich in dieser Zeit verzwanzigfacht. Die Kohlehydrate aus Getreideprodukten werden immer schneller verdaut, je stärker sie verarbeitet sind. In der gleichen Zeit hat sich unsere Bewegung stark reduziert, der Stress ist gestiegen. Gerade ausgesprochene „Macher-Typen“ reagieren auf Erfahrungen von Machtlosigkeit oder schon auf Bedrohungen ihrer Macht mit Veränderungen des Pankreas. Moderne Medikamente wie Cortison stellen mit ihren Toxinen eine weitere Herausforderung der Bauchspeicheldrüse dar.

In der Folge reagiert der Pankreas mit Zellveränderungen. Das komplexe System der Gewebskanäle – die ayurvedische Medizin kennt sechs solcher Systeme – verschlackt zunehmend und kann seine Aufgaben nicht mehr hinreichend wahrnehmen. Die Auswirkungen sind dramatisch. Besonders häufig ist das „metabolische Syndrom“, eine Kombination aus Übergewicht, erhöhtem Cholesterin, erhöhten Blutzuckerwerten und Arterienverkalkung. Beinahe 50 Prozent der über Sechzigjährigen leiden inzwischen an diesem Syndrom. Die hohen Zuckerwerte können Nervenschäden hervorrufen, die an den Augen als Retinopathie bis zur Erblindung führen können. Oft sind sie auch Ursache von Polyneuropathie, die u. a. als starker Schmerz in den Beinen zu spüren ist, von Nierenschäden, Störungen der Wundheilung, Anfälligkeit für Infekte im Genitalbereich (z.B. für den Candida-Pilz), erhöhter Infarktanfälligkeit und Konzentrationsschwäche bis hin zur Alzheimer-Erkrankung.

Spricht man bei Diabetes schon geradezu von einer „lifestyle“-Krankheit, so ist Ayurveda als ganzheitliche Lebensweise eine der direktesten und angemessensten Antworten darauf. Alles, was ein kompetentes Ayurvedazentrum zu bieten hat, dient der unmittelbaren Abhilfe sowohl gegen die Symptome als auch gegen die Ursachen und Auslöser dieser Krankheit. Das beginnt mit der Umstellung auf eine Ernährung, die sich im Rahmen des Aruna Centrums für Authentischen Ayurveda als ausgesprochener Hochgenuss herausstellt. Dem Zucker setzt die ayurvedische Küche gezielt Kräuter und Gewürze mit hohem Bitteranteil entgegen: Ingwer, Basilikum, Knoblauch und langer Pfeffer, aber auch der Samen des Bockshorns und des Wegerichs und nicht zuletzt Zimt leisten hier erstaunliche Wirkungen. Yoga und die Atemtechniken des Pranayana sind die idealen Strategien des Ayurveda zur Stressbewältigung. Massagen befördern die Ama-Reduktion, also die Entgiftung und Entschlackung des Körpers. Freilich genügt dazu kein Schnuppertag und auch kein noch so wohltuendes Wochenende. Die Krankheit ist im Verlauf vieler Jahre entstanden, ihre Heilung braucht Zeit, und selbst wenn sie noch vor dem offenen Auftreten von Beschwerden durch einen Zufallsbefund etwa im Blutbild entdeckt wurde, sind konsequente Gegenmaßnahmen angesagt, am besten in Form einer mindestens zweiwöchigen Kur.



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